Bunter Wind in Lichtenberg

Wir unterstützen den Neustart der Kampagne Bunter Wind in Lichtenberg und erklären uns gemeinsam solidarisch gegen Diskriminierung und Ausgrenzung.

Aufruf

Was ist „Bunter Wind für Lichtenberg“?
Mit der Kampagne „Bunter Wind“ setzen sich seit 2012 verschiedene Akteure für einen weltoffenen, demokratischen und modernen Bezirk Lichtenberg ein.

„Präambel

Demokratie bedeutet für uns Austausch, Bewegung, Veränderung. Demokratie heißt viel häufiger Dissens als Konsens – und das ist auch gut so. Der Wettstreit der Meinungen und Positionen findet aber nicht im luftleeren Raum statt. In der Demokratie geht es nicht nur um Institutionen, wie Bezirksverordnetenversammlung, Bundestag oder Parteien, es geht um Inhalte. Die ersten drei Artikel unseres Grundgesetztes bestimmen die Demokratie inhaltlich: Die Qualität einer demokratischen Gesellschaft bemisst sich an ihrem gleichwertigen Umgang mit Menschen und Gruppen. Mit diesen Artikeln des Grundgesetzes sollen Menschen vor (struktureller) Diskriminierung und Benachteiligung geschützt werden.

Dieser Rechtsanspruch auf Gleichheit ist unteilbar. Er setzt aber auch Grenzen. Und zwar da, wo Menschengruppen herabgewürdigt, Geschichte geleugnet oder wo diskriminiert wird.

Wir wollen nicht, wie rechte oder rechtspopulistische Akteure, vermeintliche Sicherheit und einfache Lösungen versprechen. Unser Ziel ist die Wertschätzung einer diversen Gesellschaft. Das heißt auch, Ambivalenzen und Unsicherheiten auszuhalten und gemeinsam zu verhandeln und nicht in nationalistische, rassistische und diskriminierende Beißreflexe zu verfallen. Unsere Alternative heißt Solidarität.

Unser Engagement für einen Bunten Wind in Lichtenberg basiert auf folgenden Grundsätzen:

Lichtenberg steht für gelebte Vielfalt von unterschiedlichen Identitäten und Lebensentwürfen. Jeder Mensch ist einzigartig, mündig und gleich in der Würde. Wir setzen uns für einen angst- und gewaltfreien Umgang miteinander ein, denn nur ein Miteinander, das von Respekt und Wertschätzung geprägt ist, ist die Voraussetzung für eine inklusive und faire Gesellschaft.

Gemeinsam treten wir aktiv und entschlossen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung ein. Wer andere Menschen wegen Aussehen, Hautfarbe, Sprache, Herkunft, Religion, sexueller Identität, Behinderung oder Lebensweise herabsetzt oder ausgrenzt, trifft auf unseren Widerstand. Wir stehen für Menschlichkeit und Solidarität im Umgang miteinander ein und wissen, dass es für Konflikte keine einfachen Lösungsmuster gibt. Soziale und andere gesellschaftliche Probleme werden nicht durch Diskriminierung und Ausgrenzung gelöst: Rassismus kann niemals eine Antwort sein.

Jede_r sollte grundsätzlich die Möglichkeit haben, das eigene Lebensumfeld aktiv mitzugestalten. Alle Menschen, die hier leben, sollten in der Lage sein, ihre Persönlichkeit zu entfalten und an Entscheidungsprozessen teilzuhaben. Dazu gehört auch, anzuerkennen, dass die Bedürfnisse und Meinungen von Menschen unterschiedlich sind, es unterschiedliche Vorstellung vom Zusammenleben gibt. Meinungsfreiheit heißt eben nicht, dass Gesagtes unwidersprochen bleibt. Damit alle ein selbstbestimmtes Leben führen können, ist es notwendig, Unterschiedlichkeit wertzuschätzen.

Wir verstehen Demokratie als etwas Veränderbares, nicht als starres System. Demokratie lebt durch die Beteiligung von allen Menschen, die hier leben. Indem wir politische Entwicklungen vor Ort mit aktiv gestalten und begleiten, stärken wir demokratische Strukturen und helfen, diese voranzutreiben.

Bunter Wind kennt keine Grenzen. Wir heißen Menschen, die neu nach Lichtenberg kommen, willkommen und behandeln sie respektvoll. Was uns eint, ist das Engagement gegen rassistische und diskriminierende Hetze sowie das Eintreten für Menschlichkeit und Menschenrechte. Wir stellen uns schützend vor Betroffene rechter, rassistischer und menschenverachtender Angriffe.

Diese neue Version der Grundsätze „Bunter Wind für Lichtenberg“ wurde im Herbst 2018 von einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz sowie weiteren Engagierten erarbeitet. Auf Grund der veränderten politischen Situation im Bezirk und neuen gesellschaftlichen Debatten gab es die Idee, die Grundsätze der Kampagne von 2014 zu aktualisieren. Damals unterzeichneten über 100 Einrichtungen, Vereine und Personen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft die Kampagne.“

Siehe: http://bunterwind-lichtenberg.org/